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Schabernack: Warum dieses alte Wort plötzlich wieder interessant ist


Schabernack

Foto: Vectorfair/Shutterstock

Schabernack ist so ein Wort, bei dem man sofort ein bestimmtes Bild im Kopf hat: Jemand führt etwas im Schilde, ein kleiner Streich steht bevor und ganz ernst ist die Sache vermutlich nicht. Trotzdem wird der Ausdruck heute längst nicht mehr so häufig benutzt wie früher.

Gerade deshalb fällt er auf, wenn er doch einmal auftaucht. Schabernack klingt frech, ein wenig verspielt und zugleich ziemlich altmodisch. Aber was steckt eigentlich genau hinter dem Wort?

Was bedeutet Schabernack?

Schabernack bezeichnet einen meist harmlosen Streich, Unfug oder eine neckische Aktion. Wer Schabernack treibt, macht also etwas, das für einen kurzen Moment für Verwirrung oder Ärger sorgen kann, normalerweise aber nicht ernst gemeint ist.

Im Mittelpunkt steht der Spaß. Jemand wird hereingelegt, überrascht oder ein bisschen aufgezogen. Danach ist die Sache meist schnell wieder vergessen.

Ein Beispiel: Ein Freund versteckt beim gemeinsamen Abendessen heimlich die Fernbedienung und schaut grinsend dabei zu, wie alle danach suchen. Das ist kein großes Drama, sondern schlicht ein kleiner Schabernack.

Was meint man mit „Schabernack treiben“?

Die Redewendung „Schabernack treiben“ gehört zu den bekanntesten Verwendungen des Wortes. Sie bedeutet, dass jemand Unsinn macht, einen Streich plant oder andere auf spielerische Weise ärgert.

Man kann die Formulierung sowohl für Kinder als auch für Erwachsene verwenden. Wenn zwei Freunde sich gegenseitig kleine Streiche spielen, treiben sie Schabernack. Und wenn Kinder im Wohnzimmer allerlei Unfug anstellen, kann man ebenfalls von Schabernack sprechen.

Der Ausdruck klingt dabei meistens weniger streng als „Unsinn machen“. Er hat etwas Leichtes und Augenzwinkerndes.

Ist Schabernack dasselbe wie ein Streich?

Fast. Ein Streich ist eine der wichtigsten Bedeutungen von Schabernack. Beide Wörter beschreiben eine Aktion, mit der jemand überrascht oder kurz hereingelegt wird.

Der Unterschied liegt vor allem im Sprachgefühl. Streich ist völlig normal und wird auch heute noch häufig verwendet. Schabernack klingt dagegen deutlich verspielter und älter.

Deshalb passt das Wort besonders gut, wenn eine Situation nicht besonders ernst genommen werden soll. Ein kleiner Streich wird mit Schabernack fast automatisch etwas harmloser dargestellt.

Was ist mit Schabernack im Alltag gemeint?

Im Alltag kann Schabernack vieles sein. Ein kleiner Streich unter Freunden gehört ebenso dazu wie eine harmlose Neckerei oder eine spontane Aktion, die für Gelächter sorgt.

Auch ein Aprilscherz kann als Schabernack bezeichnet werden. Wer am 1. April eine andere Person mit einer erfundenen Geschichte kurz hereinlegt, treibt Schabernack – vorausgesetzt, der Spaß bleibt fair.

Das Wort muss übrigens nicht immer eine konkrete Handlung beschreiben. Man kann auch sagen, jemand habe „nur Schabernack im Kopf“. Damit ist gemeint, dass die Person offenbar ständig neue Ideen für Streiche oder Unsinn hat.

Warum klingt das Wort Schabernack so altmodisch?

Das liegt vor allem an seinem Alter. Schabernack gehört zu den älteren Wörtern der deutschen Sprache und wird heute längst nicht mehr so selbstverständlich verwendet wie früher.

Stattdessen hört man Begriffe wie Prank, Streich, Spaß, Quatsch oder Unsinn. Besonders Prank ist durch YouTube, TikTok und andere soziale Netzwerke bekannt geworden.

Schabernack hat dagegen einen ganz anderen Klang. Das Wort erinnert eher an Kinderbücher, Märchen oder schelmische Figuren. Genau dieser Gegensatz kann heute sogar lustig wirken.

Woher kommt das Wort Schabernack?

Die Herkunft von Schabernack ist ungewöhnlich. Der Begriff ist bereits seit dem 14. Jahrhundert belegt und geht auf mittelhochdeutsche Formen wie schabernac und schavernack zurück.

Ursprünglich bezeichnete Schabernack allerdings nicht einfach einen Streich. Das Wort wurde zunächst für einen groben Winterhut verwendet. Wie genau sich daraus die spätere Bedeutung entwickelt hat, lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen.

Die Herkunft gilt deshalb als nicht vollständig geklärt. Im Laufe der Zeit setzte sich jedoch die Bedeutung rund um Possen, Streiche und scherzhaften Unfug durch.

Seit wann bedeutet Schabernack einen Streich?

Der Begriff ist schon seit dem Mittelalter bekannt. Seine Verwendung hat sich allerdings im Laufe der Jahrhunderte verändert. Aus der ursprünglichen Bezeichnung entwickelte sich nach und nach der heute bekannte Sinn.

Dass das Wort so lange erhalten geblieben ist, liegt auch an seiner Verwendung in Geschichten und literarischen Texten. Dort passte Schabernack besonders gut zu Figuren, die gerne Regeln brechen und andere mit kleinen Streichen auf Trab halten.

Heute ist der Ausdruck zwar seltener, aber keineswegs verschwunden.

Welche Redewendungen gibt es mit Schabernack?

Am häufigsten hört man „Schabernack treiben“. Daneben gibt es die Formulierung „jemandem einen Schabernack spielen“. Beide Wendungen meinen im Grunde dasselbe: Eine Person führt einen kleinen Streich aus.

Auch „nichts als Schabernack im Sinn haben“ ist eine bekannte Formulierung. Sie beschreibt jemanden, der offenbar ständig neue Ideen für Unfug und Streiche hat.

Ein Satz wie „Der Junge hat nur Schabernack im Sinn“ klingt heute fast schon wie eine Zeile aus einem alten Kinderbuch. Genau darin liegt ein Teil des besonderen Charakters des Wortes.

Wie kann man Schabernack in einem Satz verwenden?

Am einfachsten lässt sich das Wort mit „treiben“ verwenden. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, Schabernack ganz natürlich in einen Satz einzubauen.

  • „Die Kinder haben den ganzen Nachmittag Schabernack getrieben.“
  • „Er hatte schon wieder einen kleinen Schabernack vorbereitet.“
  • „Mach keinen Schabernack mit meinen Sachen.“
  • „Zum ersten April fällt ihr immer irgendein Schabernack ein.“
  • „Das war doch nur ein harmloser Schabernack.“
  • „Die beiden haben nichts als Schabernack im Sinn.“

Welche Synonyme gibt es für Schabernack?

Je nach Zusammenhang gibt es verschiedene Wörter, die ähnlich wie Schabernack verwendet werden können. Nicht jedes Synonym passt allerdings in jeder Situation gleich gut.

  • Blödsinn
  • Clownerie
  • Eulenspiegelei
  • Jux
  • Neckerei
  • Prank
  • Posse
  • Quatsch
  • Scherz
  • Streich
  • Ulk
  • Unfug

Streich trifft die Bedeutung besonders genau. Prank ist dagegen die deutlich modernere Variante und wird vor allem für inszenierte Streiche im Internet verwendet. Schabernack wirkt im Vergleich dazu bewusst altmodisch.

Ist Schabernack ein Jugendwort?

Nein, Schabernack ist kein klassisches Jugendwort. Der Begriff gehört zum älteren deutschen Sprachschatz und ist nicht mit moderner Jugendsprache wie cringe, lost oder Prank vergleichbar.

Trotzdem kann das Wort gerade unter jüngeren Menschen für einen humorvollen Effekt sorgen. Wer nach einem Streich bewusst Schabernack sagt, klingt schließlich ganz anders als jemand, der von einem Prank spricht.

Das kann ironisch gemeint sein und macht den Ausdruck in bestimmten Situationen wieder interessant.

Ist Schabernack immer harmlos?

Normalerweise steckt in Schabernack etwas Harmloses. Der Begriff beschreibt schließlich einen Spaß und keinen ernsthaften Angriff.

Natürlich kann auch ein kleiner Streich daneben gehen. Wenn jemand verletzt, massiv bloßgestellt oder absichtlich geschädigt wird, wäre Schabernack allerdings nicht mehr die passende Bezeichnung.

Der Ausdruck funktioniert vor allem dann, wenn die Situation am Ende mit einem Lachen aufgelöst werden kann.

Warum verbindet man Schabernack mit Pumuckl?

Eine Figur passt besonders gut zum Begriff: Pumuckl. Der rothaarige Kobold ist bekannt dafür, anderen Streiche zu spielen, für Chaos zu sorgen und seine Umgebung mit seinen Ideen auf Trab zu halten.

Wenn Pumuckl wieder etwas anstellt, ist Schabernack deshalb eine ziemlich passende Beschreibung. Das Wort vermittelt genau diese Mischung aus Frechheit, Unfug und einem gewissen Charme.

Die Verbindung zu Pumuckl zeigt außerdem, warum der Begriff vielen Menschen noch bekannt ist, obwohl sie ihn selbst nur selten benutzen.

Was ist der Unterschied zwischen Schabernack und Unfug?

Die beiden Wörter liegen sehr nah beieinander. Unfug beschreibt allgemein etwas Unsinniges oder Regelwidriges. Schabernack legt dagegen stärker einen Streich oder eine spielerische Neckerei nahe.

Wer mit Freunden Unsinn macht, kann also Unfug treiben. Wenn dabei jemand gezielt mit einem kleinen Streich hereingelegt wird, passt Schabernack oft besser.

Die Grenzen sind allerdings fließend. Im Alltag werden beide Begriffe häufig ähnlich verwendet.

Wie wird Schabernack heute verwendet?

Im heutigen Sprachgebrauch kommt Schabernack eher selten vor. Trotzdem hat das Wort einen festen Platz in der deutschen Sprache behalten.

Man begegnet ihm vor allem in humorvollen Texten, Geschichten oder Redewendungen. Auch wer bewusst etwas altmodisch klingen möchte, kann den Begriff verwenden.

Und genau darin liegt vielleicht seine größte Stärke: Schabernack beschreibt eigentlich nichts besonders Kompliziertes. Es geht um einen kleinen Streich. Nur klingt das Ganze mit diesem Wort gleich ein bisschen charmanter.

FAQ: Was bedeutet Schabernack?

Was bedeutet Schabernack einfach erklärt?

Schabernack bedeutet einen meist harmlosen Streich, Unfug oder eine spielerische Neckerei.

Was bedeutet Schabernack treiben?

„Schabernack treiben“ bedeutet, Unsinn zu machen oder anderen einen kleinen Streich zu spielen.

Ist Schabernack ein Synonym für Streich?

Ja. Streich gehört zu den wichtigsten Bedeutungen von Schabernack. Der Ausdruck klingt allerdings etwas älter und verspielter.

Woher kommt Schabernack?

Schabernack ist seit dem 14. Jahrhundert belegt und geht auf mittelhochdeutsche Formen zurück. Die genaue Herkunft des Begriffs ist nicht vollständig geklärt.

Ist Schabernack ein Jugendwort?

Nein. Schabernack ist ein älterer deutscher Ausdruck und kein modernes Jugendwort.

Fazit

Schabernack steht für einen kleinen, meist harmlosen Streich. Gemeint sein können auch Unfug, eine Neckerei oder eine scherzhafte Aktion. Entscheidend ist, dass der Spaß im Vordergrund steht und niemand ernsthaft geschädigt werden soll.

Das Wort selbst hat eine lange Geschichte und ist bereits seit dem Mittelalter bekannt. Seine ursprüngliche Bedeutung hatte sogar mit einem Winterhut zu tun. Erst später entwickelte sich daraus die Bedeutung, die wir heute kennen.

Ob Pumuckl, Aprilscherz oder kleiner Streich unter Freunden: Wenn eine Aktion frech, verspielt und nicht böse gemeint ist, kann man durchaus von Schabernack sprechen.