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Broke sein: Warum der Jugendbegriff mehr als nur pleite bedeutet

broke

Foto: Studio Romantic / Shutterstock

Sprache verändert sich ständig – besonders in der Jugend- und Onlinekultur. Begriffe aus dem Englischen finden schnell ihren Weg in den deutschen Alltag. Einer dieser Begriffe ist broke. Vor allem auf Social Media, in Rap-Texten oder im Freundeskreis hört man immer öfter Aussagen wie „Ich bin broke“ oder „Nach dem Wochenende bin ich komplett broke“.

Doch was bedeutet broke eigentlich genau, woher stammt das Wort und wie wird es heute verwendet?

Was bedeutet broke?

Broke bedeutet in der Jugendsprache in erster Linie, dass jemand kein Geld (mehr) hat. Wer broke ist, ist pleite, knapp bei Kasse oder finanziell eingeschränkt. Meist beschreibt der Begriff keinen dauerhaften Zustand, sondern eine vorübergehende Situation – etwa kurz vor dem nächsten Gehalt, dem Monatsende oder nachdem zu viel Geld ausgegeben wurde.

Typisch ist dabei, dass broke oft locker, ironisch oder selbstkritisch verwendet wird. Statt ernsthaft über Geldprobleme zu sprechen, wird der Zustand mit Humor oder Übertreibung dargestellt.

Woher stammt das Wort broke?

Der Begriff broke stammt aus dem Englischen. Ursprünglich bedeutet „to break“ so viel wie „brechen“ oder „kaputtgehen“. Daraus entwickelte sich im Englischen die Bedeutung „finanziell kaputt sein“. Bereits seit dem 19. Jahrhundert wird broke im Englischen als Ausdruck für Geldmangel verwendet.

Über Musik, Filme, Social Media und die globale Popkultur hat sich der Begriff auch im Deutschen etabliert. Vor allem die Jugendsprache greift solche Anglizismen schnell auf, weil sie modern, international und emotional distanzierter wirken.

Wie wird broke in der Jugendsprache verwendet?

In der Jugendsprache wird broke meist salopp benutzt. Der Begriff klingt weniger hart als „arm“ oder „bankrott“ und erlaubt es, finanzielle Engpässe herunterzuspielen. Häufige Verwendungen sind:

  • „Ich bin komplett broke, wir bleiben heute zu Hause.“
  • „Nach dem Festival bin ich erstmal broke.“
  • „Broke sein gehört zum Studium dazu.“

Broke ist damit ein typischer Alltagsbegriff geworden, der finanzielle Realität und Humor miteinander verbindet.

Ist broke dasselbe wie arm?

Nein, broke und arm sind nicht dasselbe. Arm beschreibt meist eine langfristige, strukturelle finanzielle Notlage. Broke hingegen steht fast immer für einen kurzfristigen Geldmangel. Wer broke ist, hat aktuell kein Geld, kann aber in wenigen Tagen oder Wochen wieder finanziell stabil sein.

Gerade deshalb wird broke häufiger verwendet – es wirkt weniger endgültig und weniger stigmatisierend.

Wer benutzt den Begriff broke besonders häufig?

Broke wird vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt. Typische Gruppen sind:

  • Schülerinnen und Schüler
  • Studierende
  • Auszubildende
  • Berufseinsteiger

In diesen Lebensphasen ist das Budget oft knapp, während gleichzeitig viele soziale Aktivitäten stattfinden. Broke wird so zu einem gemeinsamen Lebensgefühl.

Warum sagen viele lieber broke statt pleite?

Der Begriff broke klingt moderner und lockerer als „pleite“. Außerdem schafft er emotionale Distanz zum Problem. Wer sagt „Ich bin broke“, meint das oft nicht dramatisch, sondern eher ironisch oder beiläufig.

Anglizismen gelten zudem als cooler und passen besser zur digitalen Kommunikation auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder Twitter.

Welche Rolle spielt broke in Social Media?

Auf Social Media ist broke ein fester Bestandteil der Meme- und Humor-Kultur. Viele Inhalte drehen sich um Geldmangel, Monatsende oder spontane Ausgaben. Typische Motive sind leere Kontostände, billiges Essen oder der Kontrast zwischen Wunsch und Realität.

Der Begriff broke wird hier genutzt, um sich mit anderen zu identifizieren und gemeinsam über alltägliche Probleme zu lachen.

Wie wird broke in Memes dargestellt?

In Memes steht broke oft für:

  • „End of the month“-Situationen
  • Nudeln, Toast oder Instantnudeln als Essen
  • Ironische Aussagen wie „Broke but happy“
  • Übertriebene Selbstdarstellung des Geldmangels

Humor dient dabei als Ventil für finanzielle Sorgen.

Was bedeutet broke in Rap und Musik?

In der Rapmusik spielt broke eine besondere Rolle. Viele Künstler erzählen von Zeiten, in denen sie broke waren, um ihren späteren Erfolg zu unterstreichen. Broke steht hier für Herkunft, Kampf und Motivation.

Gleichzeitig wird broke auch ironisch genutzt, etwa wenn erfolgreiche Künstler behaupten, sie seien „noch immer broke“, obwohl sie offensichtlich reich sind.

Gibt es Unterschiede zwischen broke, broke sein und broken?

Ja, obwohl die Begriffe auf den ersten Blick ähnlich wirken, haben sie unterschiedliche Bedeutungen und Einsatzbereiche. Sie werden häufig verwechselt, vor allem in der Jugendsprache und auf Social-Media-Plattformen.

  • broke: Dieser Ausdruck beschreibt, dass jemand aktuell kein Geld hat. Es geht dabei um einen kurzfristigen finanziellen Mangel, etwa wenn das Konto leer ist oder man vor dem nächsten Gehalt keinen Spielraum für Ausgaben hat. Beispiel: „Ich kann heute nicht ausgehen, ich bin broke.“
  • broke sein: Das ist die Verlaufsform und beschreibt den Zustand des Geldmangels. Es betont, dass der finanzielle Engpass aktuell anhält. Beispiel: „Ich bin momentan broke, deswegen spare ich auf alles.“ Hier wird oft auch ein humorvoller oder selbstironischer Ton mitschwingend verwendet.
  • broken: Anders als die beiden vorherigen Begriffe bezieht sich broken nicht auf Geld, sondern auf emotionale, psychische oder soziale Zustände. Jemand, der „broken“ ist, fühlt sich innerlich erschöpft, enttäuscht oder niedergeschlagen. Beispiel: „Nach dem Streit mit meinem besten Freund bin ich total broken.“ Im Deutschen wird broken ebenfalls umgangssprachlich verwendet, z. B. in Chatnachrichten oder Tweets, um emotionale Erschöpfung auszudrücken.

Zusammengefasst lässt sich sagen:

  • broke = kein Geld
  • broke sein = Zustand des Geldmangels
  • broken = emotional oder psychisch kaputt

Ist broke ein dauerhaftes Lebensgefühl?

Für viele junge Menschen fühlt sich broke sein wie ein Dauerzustand an. Besonders Studierende, Auszubildende oder Berufseinsteiger haben häufig nur ein begrenztes Einkommen, während Mieten, Lebensmittelpreise und sonstige Lebenshaltungskosten stetig steigen. Dadurch entstehen regelmäßig finanzielle Engpässe, die das Gefühl vermitteln, dauerhaft „broke“ zu sein.

Der Begriff broke wird dabei nicht nur als Beschreibung des Kontostands verwendet, sondern auch als Ausdruck für die Lebensrealität junger Menschen. In Gesprächen mit Freunden, auf Social Media oder in Memes wird broke oft humorvoll oder selbstironisch eingesetzt, um zu zeigen: „So geht es mir gerade finanziell.“ Beispiele sind Tweets wie:

„Noch 3 Tage bis zum Gehalt und ich bin schon wieder broke.“

„Broke, aber glücklich – Studentenleben deluxe.“

Psychologisch gesehen hilft der Begriff, Frustration und Stress über Geldmangel sprachlich zu verarbeiten. Er schafft eine Form von Gemeinschaft unter Gleichgesinnten, die ähnliche finanzielle Herausforderungen erleben. Durch das Verwenden von broke erkennen Jugendliche, dass sie nicht alleine sind und ihre Situation normalisiert ist.

Gleichzeitig kann das ständige Gefühl, broke zu sein, auch Druck erzeugen. Viele junge Menschen müssen lernen, mit begrenztem Budget auszukommen, Sparstrategien zu entwickeln oder nebenbei Geld zu verdienen. Hier wird broke oft als temporärer Zustand verstanden, der durch Gehalt, BAföG, Nebenjobs oder Unterstützung von Familie und Freunden gelindert werden kann.

Auf Social Media wird broke zudem als Meme-Thema häufig überspitzt dargestellt, um Alltagssituationen humorvoll zu kommentieren. Beliebt sind z. B. Kurzvideos, die das „letzte Geld für Kaffee oder Snacks“ zeigen oder das kreative Sparen im Alltag. So wird broke zugleich als Realität und als Teil der Jugendkultur sichtbar.

Zusammengefasst: Broke sein kann sich für junge Menschen wie ein Dauerzustand anfühlen, ist aber meist eine temporäre finanzielle Phase. Der Begriff hilft dabei, diese Erfahrungen zu verarbeiten, sie humorvoll zu teilen und mit Gleichaltrigen zu kommunizieren.

Kann broke auch selbstironisch verwendet werden?

Definitiv. Viele Jugendliche und junge Erwachsene setzen broke bewusst humorvoll ein, um ihre finanzielle Lage zu überspitzen. Durch diese Selbstironie wird der eigene Geldmangel auf eine leichte, unterhaltsame Weise thematisiert, ohne dass er allzu belastend wirkt. Auf Social Media, in Memes oder Chats sieht man oft Szenen wie:

„Noch 2 Euro auf dem Konto, aber immerhin mental reich.“

„Broke, aber immer noch Kaffee am Start.“

Solche Darstellungen zeigen, dass broke nicht nur ein Zustand des Geldmangels ist, sondern auch ein kulturelles Phänomen in der Jugendsprache. Selbstironie erleichtert es, über finanzielle Engpässe zu sprechen, schafft Gemeinschaft unter Gleichaltrigen und macht die Situation leichter verdaulich.

Außerdem dient die humorvolle Nutzung von broke als kreatives Ausdrucksmittel. Jugendliche experimentieren damit, wie sie ihre finanzielle Realität in Texten, Memes oder Videos pointiert darstellen können. So wird broke zu einem festen Bestandteil des Alltags und gleichzeitig zu einem Ausdruck von Persönlichkeit und Witz.

Welche Synonyme gibt es für broke?

Der Begriff broke hat mehrere Synonyme, die je nach Situation unterschiedlich eingesetzt werden. Sie verdeutlichen alle den Zustand, aktuell kein Geld zu haben, und tauchen sowohl in der Jugendsprache als auch in Alltagssituationen auf:

  • pleite: klassisch deutscher Ausdruck für finanzielle Notlage
  • blank: ebenfalls umgangssprachlich für „kein Geld mehr haben“
  • knapp bei Kasse: beschreibt, dass nur wenig Geld verfügbar ist
  • kein Geld haben: neutraler Ausdruck für Geldmangel
  • kein Para: Jugendsprache, häufig in sozialen Medien oder Rap-Texten verwendet

Diese Synonyme zeigen, dass broke nicht nur aus dem Englischen übernommen wurde, sondern inzwischen fest in der Alltagssprache junger Menschen verankert ist.

Je nach Kontext kann der Ausdruck ernst gemeint, humorvoll oder selbstironisch verwendet werden.

Warum ist broke ein typisches Jugendwort?

Broke passt zur Lebensrealität vieler junger Menschen: wenig Geld, viele Wünsche, hohe Erwartungen. Der Begriff ist kurz, international verständlich und emotional weniger schwer als klassische deutsche Begriffe.

Welche typischen Situationen beschreiben Jugendliche als broke?

  • Ende des Monats vor Gehalt oder Taschengeld
  • Nach dem Einkaufen oder spontanen Ausgaben
  • Bei unerwarteten Rechnungen oder Kosten
  • Wenn nur noch geringe Mittel für Freizeit oder Hobbys verfügbar sind

Wie kann man vermeiden, ständig broke zu sein?

Ständig broke zu sein, kann frustrierend sein, besonders für junge Menschen, die gerade anfangen, eigenständig über ihre Finanzen zu bestimmen. Mit ein paar einfachen Strategien lässt sich finanzielle Engpässe jedoch deutlich reduzieren:

  • Einnahmen und Ausgaben regelmäßig überprüfen: Führe einen Überblick über dein monatliches Budget, um zu sehen, wohin dein Geld fließt.
  • Kleine Rücklagen bilden: Schon kleine Beträge, die regelmäßig beiseitegelegt werden, schaffen ein finanzielles Polster für unvorhergesehene Ausgaben.
  • Spontankäufe kritisch hinterfragen: Überlege vor jedem Kauf, ob er wirklich notwendig ist oder nur ein kurzfristiges Verlangen befriedigt.
  • Finanzielle Prioritäten setzen: Entscheide, welche Ausgaben wirklich wichtig sind (Miete, Lebensmittel, Transport) und wo Einsparungen möglich sind.
  • Zusätzliche Einnahmequellen nutzen: Nebenjobs, Freelancer-Tätigkeiten oder kleine Projekte können helfen, das Budget aufzubessern.
  • Apps oder Tools zur Budgetplanung verwenden: Digitale Hilfsmittel erleichtern die Kontrolle über Ausgaben und helfen, langfristige Ziele zu verfolgen.

Mit diesen Maßnahmen lässt sich nicht nur vermeiden, ständig broke zu sein, sondern man entwickelt auch ein besseres Verständnis für den eigenen Umgang mit Geld – eine wichtige Fähigkeit für die finanzielle Zukunft.

Ist broke ein negativer oder neutraler Begriff?

Das hängt vom Kontext ab. Oft wird broke neutral oder humorvoll genutzt. In ernsten Situationen kann der Begriff jedoch auch echte finanzielle Sorgen ausdrücken.

Wie unterscheidet sich die deutsche und englische Nutzung von broke?

Im Englischen ist broke weiter verbreitet und alltäglicher. Im Deutschen ist der Begriff stärker an Jugendsprache, Internetkultur und Musik gebunden und wirkt bewusster eingesetzt.

Fazit

Broke ist weit mehr als nur ein Jugendbegriff für „kein Geld haben“. Es ist ein Ausdruck, der finanzielle Engpässe, Selbstironie, emotionale Situationen und das Lebensgefühl vieler junger Menschen in der digitalen und realen Welt abbildet. Durch seine flexible Nutzung in Social Media, Memes und Musik hat sich broke fest in der Jugendsprache etabliert.

Der Begriff hilft dabei, schwierige Situationen humorvoll zu verarbeiten, Gemeinschaft zu schaffen und zugleich auf kreative Weise über die eigenen Finanzen oder Emotionen zu reflektieren. Gleichzeitig erinnert broke daran, dass ein bewusster Umgang mit Geld und Ressourcen langfristig wichtig ist, um finanzielle Stabilität zu erlangen.